Der erste Tag

Am Morgen nachdem ich ausgeschlafen hatte, zeigten mir Marianne und ihr Mann Jonny das ganze Grundstück. Mit all diesen verschiedenen Pflanzen, Bäumen und Blumen wirkt es einfach paradiesisch. Neben einem Stück Wald und Wiese,hat es auch Platz für Kühe, Hühner, Haasen, Ziegen und Truthähne. Da ich am Wochenende sozusagen "frei" habe, schaute ich mich später ein wenig um und half den Mädchen in der Aussenküche Gemüse zuzubereiten. Als sie fertig waren, fragten sie mich, ob sie meine Haare frisieren dürften. Und kurz darauf sassen etwa 7 Mädchen rund um mich herum und während einige meine Haare machten, begannen andere mir Dinge auf Swahili zu lernen, wie zum Beispiel tafadhali ongea kingereza was so viel heisst wie please talk english, damit ich sie erinnern kann, dass ich ihre Sprache nicht verstehe :)
Danach übten einige von ihnen einen Tanz für am Abend und ich war erstaunt wie schon die 4-jährigen den Rythmus spüren und sich ganz locker zur Musik bewegen können. Später bereiteten wir zusammen das Nachtessen vor, sogenannte ciabatti, eine Art Fladenbrot. Jeden Samstagabend nach dem Essen ist fellowshiptime, wo sie dann ihre Tänze vorführten und Marianne eine kurze Andacht hielt. Schon nach einem einzigen Tag hier, habe ich all die Kinder lieb gewonnen. Die kleine Shakira die auf den Zehenspitzend hüpfend und lachend durch die Gegend wirbelt, die grossen Augen der eher scheuhen Purity, der Jauchzer von Jane, als ich mich an ihren Namen erinnerte oder die kurze Umarmung des vierjährigen Michael der kreischend auf mich zurann, obwohl er mich vorher noch nicht gesehen hatten sind nur Blitzmomente eines wunderschönen Tages. Obwohl diese Kinder teilweise so viel verloren haben, sind sie fähig einem so unglaulich viel zu geben. Und ich bin davon überzeugt, dass ich noch sehr viel von ihnen lernen werde.

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