Erster Arbeitstag

Zum ersten Mal stand ich heute auf, um dann als erstes irgendwo helfen zu können. So ging ich nach dem Morgenessen hinaus und traf dort auf Jeanette, die gerade mit dem Kleiderwaschen der kleineren Kinder begann. Ich fragte sie ob sie mir zeige wie man denn die Kleider von Hand waschen muss und sie war ziemlich erstaunt darüber, dass man in der Schweiz die Kleider mit einer Maschine wäscht. Ich habe sie vorher nur einmal kurz am Samstag gesehen und gestern und hatte daher noch nicht viel mit ihr gesprochen. Sie ist eine unglaublich freundliche Frau und begann gleich von Beginn an,mich als ihre Tochter zu bezeichnen. Mit ihr zu reden war extrem spannend und zeigte mir wieder ein wenig mehr vom Leben hier. Jeanette arbeitet hier von Montag bis Samstag und hat am Sonntag frei. Jeden Morgen kommt sie zu Fuss von zu Hause hier hin, was etwa eine Stunde dauert. Wenn sie am Morgen nicht ein Matatu (öffentliches Verkehrsmittel) nehmen muss, so kann sie ungefähr täglich um die 30 Rappen sparen... Ihre Arbeit ist ziemlich hart und  mir tat schon nach 3 Stunden Kleiderwaschen und Boden wischen der Rücken weh und meine Finger waren wund vom Kleider rubbeln... Sie ist nur eine von wenigen Menschen hier, die arbeiten, damit sie überhaupt überleben können. Später ging ich dann mit Jonny und Marianne in einen Supermarket der ungefähr eine halbe Stunde von hier entfernt ist. Dort machen sie ihren wöchentlichen Einfkauf und ich war wieder einmal mehr überrascht, wie unterschiedlich hier alles ist. Der Supermarket erinnert an eine amerikanische Shopping Mall und nur einige Minuten davon entfernt, kann man auf der Strasse Menschen sehen die Esswaren und alles mögliche mehrere Kilometer weit schleppen um ein wenig Geld zu verdienen. Es ist einfach unglaublich wie gross hier die Schere zwischen Arm und Reich ist. Während der Autofahrt und dem Mittagessen habe ich wieder einiges über die Kinder erfahren. Eines der Mädchen haben sie mit 5 bei sich aufgenommen, da seine Eltern beide Alkoholiker waren und sie sich ihr Essen mit Betteln auf der Strasse verdienen musste. Zwei der Jungs wurden zusammen auf der Strasse gefunden als sie ungefähr 3 jährig waren und niemand wusste woher sie kamen und was ihre Geschichte war. Je mehr ich über die Kinder erfahre, desto besser kann ich sie verstehen und ich merke wie der Wunsch, ihnen so viel wie möglich zu geben von Tag zu Tag grösser wird.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0