Woche 3

Jeanette, Wakariuki und ich am Chaitee trinken...
Jeanette, Wakariuki und ich am Chaitee trinken...

15.07.13
Am Montagmorgen schaffte ich es wieder einmal Jeanette beim Waschen zu helfen, da meine Finger für einmal keine Wunden hatten ;) Während den 3 Stunden sangen wir beide und tanzten und hatten eindeutig unseren Spass. Ich wusste gar nicht wie aufregend Kleiderwaschen sein kann. In einem Gespräch erzählte sie mir über die Selbstjustiz, die hier oft noch gehandhabt wird. Genauer bedeutet das, dass Diebe die erwischt werden vom „Volk“ entweder zu Tode geprügelt werden oder ihnen werden Autoreifen übergestülpt, ein wenig Benzin und angezündet. Sie selbst hat auch schon zugeschaut, wie ein Dieb verbrannt wurde... Am Nachmittag beim Nachtessen vorbereiten erzählte mir Wakariuki ein wenig von seiner Familie. Dieser gutherzige Mann ist wirklich arm und hätte er diese Arbeit hier als Hausvater nicht bekommen, wären sie wohl noch öfter am fasten als sie es jetzt schon tun müssen.

 

16.07.13

 Um 7 Uhr klopfte es an unserem Fenster. Dienstag und die Kinder waren auf dem Weg zur Schule. Kaja und ich
hatten ihnen versprochen sie zu begleiten und dann zurück zu joggen. Also machten wir uns auf, auch wenn es doch so schön warm gewesen wäre im Bett. Aber sobald wir draussen waren bereuten wir unsere Entscheidung nicht mehr. Die Sonne war gerade am Aufgehen und als wir dann zurückjoggten war es einfach herrlich. Kein Auto weit und breit, die Sonne die sich langsam gelb färbte und das Zwitschern von verschiedenen Vögeln. Da die andern alle irgendwo sonst beschäftigt waren war es meine Aufgabe zu schauen, dass die Shakira und Michael die beiden kleinen Kinder ihr Frühstück assen. Für mich bedeutete dies in der Sonne sitzen und den  usgeschütteten Tee von Michael sowie das Erbrochene von Shakira aufzuwischen ;) Nach dem Mittagessen spielte ich mit Jeanette und Lea Volleyball und ich war erstaunt wie viel Energie in diesen beiden 40 jährigen Frauen steckt. Sie hüpften herum, tanzten und als ich schon lange k.o. war, unter anderem auch von der Sonne, wollten sie lernen wie man ein Rad schlägt...

 

Lea und Kaja in Limuru
Lea und Kaja in Limuru

 17.07.13
Wie immer gingen wir am Mittwoch auf den Markt. Trotz der Müdigkeit genoss ich es dort wieder extrem fest.  rgendwie ist die Stimmung dort so gut und vor allem liebe ich es von überall Früchte entgegengestreckt zu bekommen, die ich probieren darf. Und diese Früchte sind uuuuunglaublich gut :) Aber es kann auch ziemlich ermüdend sein auf einem solchen Markt. Denn einerseits gibt es Menschen die extrem herzlich sind und möglichst  viel wissen wollen, während andere so unfreundlich sind und wohl nur an Geld denken, sobald sie einen weissen Menschen sehen. Danach war ich völlig k.o. Und ging deshalb nach dem Mittagessen einfach direkt ins Bett um 2 Stunden zu relaxen. Muss auch manchmal sein :)


 

Hier kaufen wir unser Fleisch, da könnte einem beinahe der Apetit vergehen... :)
Hier kaufen wir unser Fleisch, da könnte einem beinahe der Apetit vergehen... :)

18.07.13
Ein weiterer Tag in Soweto. Da die Kinder gerade dabei waren Prüfungen zu schreiben, korrigierten wir mehr oder weniger die ganze Zeit. Die Kinder waren reizend und als ich einmal draussen vor einem Klassenzimmer vorbei ging, hörte ich eine Kinderschar meinen Namen rufen. Es war die 3. Klasse bei der wir letzte Woche geholfen haben. Obwohl ich mich praktisch an keinen Namen mehr erinnern konnte, wussten sie alle noch haargenau wer ich bin... Die Mitarbeiter in Soweto hielten es dann für wichtig uns auch kenianische Namen zugeben.... So heisse ich nun Carina Umazi Atieno; irgendwie fühle ich mich immer mehr wie eine Kenianerin ;) Im Auto bekamen wir wieder einmal eine Geschichte erzählt, die mir ziemlich nahe ging. Ein Kind das in Soweto im Programm integriert ist hat noch 2 andere Geschwister. Die Familie lebt in den Slums und der Vater war der „Versorger“. Dies bedeutete, dass er seiner Frau 50 Shilling (etwa 50 Rappen) am Tag zur Verfügung stellte um sich und ihre 3 Kinder zu versorgen. Ständig schlug er sie und behandelte sie schlecht. Nun hat er sie vor Kurzem wieder einmal verprügelt und ist dann abgehauen. Nun steht die arme Frau alleine da und hat weder Geld noch Bildung und sollte so die Mietung und das Essensgeld irgendwie auftreiben für sich und die 3 Kinder. Leider geht es sehr viele Frauen hier die von ihren Männern abhängig sind und sich deshalb alles gefallen lassen müssen....

19.07.13
Da die Kinder wegen des Streikes zu Hause waren, wollten sie unbedingt mit uns joggen gehen. Also hiess es wieder einmal um 7 Uhr draussen in der Kälte stehen und sich ins Bett zurückwünschen ;) Doch da wir eigentlich dachten es würde ein kurzer Ausflug, war es nicht weiter schlimm. Erst als wir dann nach über einer Stunde mit den 10 Kindern wieder zurück waren, wäre ich am liebsten wieder ins Bett gekrochen... Aber das waren nur Wunschvorstellungen :) denn am Freitag war Shopping angesagt. Kaja, Mama Joy und ich wollten auf einen riesen grossen Second hand Market in der Nähe  von Nairobi gehen. Bevor wir in Kabuku, dem Nachbardorf ein Matatu nahmen, wurden wir von 3 Motorbikes abgeholt. Dies war wieder einmal abenteuerlich Trotz dem fehlenden Helm und den tausenden von Schlaglöchern kamen wir tatsächlich heil an. Und dann ging es ins Stadtzentrum. Nairobi
eine 4-Millionen Stadt, die vollgedrängt und stinkig ist, aber da wir eine waschechte Kenianerin bei uns hatten, war dies auch nicht weiter schlimm. Habe ich mich vorher auf dem Gemüsemarkt in Limuru weiss gefühlt, so fühlte ich mich auf diesem Market wie ein Schneemann :) So drängten wir uns während den nächsten 4 Stunden über den Markt und im Wert von ungefähr 20 Franken kaufte ich eine Jeansjacke, ein T-shirt, eine Jeans, zwei Halstücher, eine „goldene“ Armbanduhr und 3 Paar Ohrringe.

20.07.13
Am Samstag hiess es wieder Putzen und Kleiderwaschen, danach helfen beim Vorbereiten des Mittagessens und dann ab in den Village Market. Und wie immer hatte ich wieder ein wenig damit zu kämpfen, dass so nahe von Slums und Strassenkindern ein Einkaufszentrum steht in dem die Reichen sich aufhalten und andererseits tut es manchmal auch gut ein wenig westliche Kultur um sich zu haben. Am Abend im Fellowship sangen wir mit 3 der Kindern zusammen 2 Lieder, die ich mit dem Piano begleitete. Es war wunderbar zu sehen, wie Freude es ihnen bereitete so zu singen. Am Abend im Bett war wie jeden Abend das nervtötende Geräusch eines Vogels zu hören, der nicht aufhören wollte zu „quitschen“. Also beschlossen Kaja und ich kurz vor Mitternacht kurzerhand uns noch Teigwaren zu kochen anstatt rauszugehen und den Vogel zu erschiessen ;) Dies zahlte sich dann am Sonntagmorgen aus,als wir um viertel nach 6 aufstehen sollten...

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Martäng (Dienstag, 23 Juli 2013 16:18)

    Dieser Vogel hat nicht gequietscht (oder "gequitscht"), sondern wunderbar GESUNGEN. Ihr missversteht ihn nur...

  • #2

    Mam (Samstag, 27 Juli 2013 12:57)

    Carina, was bedeutet dein Name: Carina Umazi Atieno? Muntsch