Soweto mal anders...

Kinder vor ihrer Schule in Soweto
Kinder vor ihrer Schule in Soweto

Das letzte Mal für Kaja, gingen wir wieder einmal einen ganzen Tag nach Soweto. Da der Streik nun fertig ist, waren nur etwa 20 Kinder dort, die im Clubhouse für die Schule vorbereitet werden. Diese Kinder sind einfach unglaublich süss und auch gar nicht mehr so scheuh wie beim ersten Mal... Nachdem wir ein wenig geholfen hatten, nahmen uns zwei 18-jährige Mädchen mit, um uns ein wenig durch Soweto zu führen. Alleine hätte ich wohl Angst gehabt, aber mit diesen beiden, fühlte ich mich sicher. Obwohl es unglaublich traurig ist zu sehen, wie viele Menschen leben müssen, war es eine gute Erfahrung. Die Kinder die überall herumrannten riefen laut "Wazungu how are you!", der einzige Satz, den sie auf Englisch kennen. Und sie waren alle unglaublich aufgeregt, da man an solchen Orten selten weisse Menschen zu Gesicht bekommt. Als wir wieder zurück waren und ihn Florence (Sozialarbeiterin) Büro das Mittagessen nahmen, erfuhr ich eine Geschichte, die mir extrem nahe ging. Während ich noch einer der Lehrerînnen half mit dem Korrigieren, kam die Mutter des jüngsten Mädchens vom Clubhouse (5-jährig) vorbei. Sie hatte ein blaues Auge und Marianne sagte, dass diese Frau keinen Funken Selbstbewusst sein hatte. Es muss ein schrecklicher Anblick gewesen sein. Die arme Frau erzählte, dass in der Nacht zuvor ihr neuer Ehemann wieder einmal gewütet habe und ein Messer an den Hals des kleinen Mädchens gehalten. Er drohte der Mutter, dass er das Mädchen umbringen würde und sperrte die beiden dann aus. Die Frau lief mit ihrem Kind zur Polizei und erzählte ihre Geschichte. Doch die Polizisten schickten sie einfach zurück und verweigerten ihr ihre Hilfe. Als Elisabeth (das Mädchen) mir später auf dem Schoss sass und fröhlich lachte, konnte ich mir nur schwer vorstellen, wie sie in der Nacht zuvor Todesangst ausstehen musste. Florence erzählte auch, dass es am Sonntag gerade neben dem Clubhouse zu einer Schiesserei gekommen war. Die Polizei war hinter einem Verbrecher her und erschoss ihn. Das Schlimmste jedoch ist, dass die Polizei einfach einen freien Schuss abgefeuert hat, der eine schwangere Frau in ihrem Haus traff. Die Frau liegt nun im Spital und ich kann nur hoffen, dass die beiden überleben. An diesem Tag fiel es mir schwer das Clubhouse zu verlassen. Am liebsten hätte ich die kleine Elisabeth mitgenommen, denn ich machte mir Sorgen um dieses aufgestellte Mädchen. Zu Hause erzählte mir Jeanette dann noch, dass ihre 2,5-jährige Nichte an Krebs leidet und sich in einem kritischen Zustand befindet. So viele traurige Geschichten an einem Tag machten mir dann irgendwie schon zu schaffen, obwohl ich versuche, diese nicht zu nahe an mich ranzulassen, aber das ist manchmal einfach wirklich extrem schwierig...

Unsere "Tourguides" durch Soweto und 2 Kinder
Unsere "Tourguides" durch Soweto und 2 Kinder

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