Ein weiteres trauriges Schicksal

Wie so oft an Donnerstagen, ging es auch diesen wieder nach Soweto. Nachdem ich ein wenig in der einen Klasse "unterrichtet" habe, konnten Rebekka, ihr Mann Martin und ich mitgehen auf einen Hausbesuch mit Teacher Freddy. Das Mädchen, dessen Familie wir besuchten war 13 und führte uns durch Soweto hinunter in die Nähe des kleinen Flusses, der sich am Rande von Soweto befindet. Es heisst je näher man am Fluss wohnt, desto ärmer ist man, da dort auch mehr Gefahren "lauern". Der Raum, der das Zuhause einer 6-köpfigen Familie darstellt war unglaublich klein und man merkte, dass diese Familie extrem arm war. Die zweitgeborene Tochter hat ein Augenprolem und kann kaum sehen. Der Familie ist es unmöglich sie auf eine Schule zu schicken, erst recht nicht auf eine Spezialschule, obwohl das Mädchen unbedingt eine besuchen möchte. Der Vater ist ein Nachtwächter und verdient im Monat umgerechnet ungefähr 70 Franken... All diese Dinge zu erfahren war hart, doch was mir die Tränen in die Augen kommen liess, war es die Mutter zu sehen. Vis-à-vis von mir sass eine 35-jährige Frau, im 7. Monat schwanger, seit einigen Wochen krank und seit letztem Jahr eine Verletzung an der Schulter, die sie nie behandeln konnten und ihr noch heute Schmerzen bereitet. Nur mit Mühe konnte sie aufrecht sitzen und sie sah extrem zerbrechlich aus. Und ich fragte mich, woher diese Frau die Kraft nehmen kann, wenn sie in 2 Monaten gebähren wird... Noch lange nachdem wir wieder zurück im Clubhouse waren, dachte ich an diese Familie und es beschäftigte mich. Wie kann man solchen Menschen nur helfen?

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