Englischunterricht

 

Um 6 Uhr früh standen Patricia und ich auf, machten uns eine Tasse Kaffee und setzten uns nach draussen auf eine Treppe, um den Sonnenaufgang zu bestaunen. Danach brachten wir die Kinder zur Schule, wo uns einer der Lehrer „Teacher David“ herzlich begrüsste und uns einlud am späteren Vormittag noch einmal vorbeizukommen, um an einer Klasse zu unterrichten. Also brachte uns Mwangi später nach dem Frühstück mit dem Motorbike (wir waren zu faul, um noch einmal zu Fuss zu gehenJ) zurück in die Schule. Wie immer und überall wo es Kinder hat, wurden wir von überall umkreist und die Kinder kicherten und einige wagten es auch näher zu kommen. David brachte uns dann zu einer 7. Klasse, der wir Englischunterricht gaben. Da seine Klasse sonst enttäuscht gewesen wäre, gingen wir auch noch dort vorbei um zu grüssen und in einer weiteren Klasse, die gerade nebenan war. Es war unglaublich, wie sehr sich die Kinder freuten über unseren kurzen Besuch und David meinte, dass die meisten Kinder (auch wenn wir ihnen draussen nur kurz die Hand geschüttelt haben oder ihnen zugelächelt), die uns gesehen hätten, zu Hause erzählen würden, dass 2 weisse dort waren und wir das Highlight des Tages wären… Es ist schon extrem, wie speziell man hier als Weisse ist. Denn obwohl es ja eigentlich viele Weisse gibt, die hier leben, lassen sich die meisten nicht in den kenianischen Kreisen blicken und kommen nur mit ihnen in Kontakt, wenn sie für sie arbeiten. Schon traurig zu sehen, wie sich Menschen für wichtiger halten, nur weil sie weiss sind und mehr Geld haben… Als ich am Nachmittag draussen mit Janet einige Kilos rote Bohnen erlas, erzählte sie mir von ihrem früheren Arbeitsgeber, der auch weiss war und seine Arbeiter richtig schlecht behandelte. Es wurde 7 Tage die Woche gearbeitet und etwas wie Ferien gab es nicht. War jemand krank, war dies ihm total egal und einige behandelte er so schlecht, dass wenn sie einen neuen Job fanden, tauchten sie einfach plötzlich nicht mehr auf, ohne es ihm zu sagen.

 

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